Gruppen

 

Achtsames System-/Familienstellen: Sonntag, 25.02.2018

Mit Gruppengewahrsein und Achtsamkeit Raum für Lösungen schaffen

Das Bedürfnis nach Halt und Bindung sowie die Sehnsucht nach Freiheit und ungehindertem Fließen:
Diese Triebkräfte geleiten uns durchs Leben und bestimmen maßgeblich unsere Suche.
Wenn der Entwicklungsprozess ins Stocken gerät, die Lebenskräfte nicht frei strömen und wirken können – dann kann es sich lohnen, tiefer einzutauchen in das (blockierte) System.

System- und Familienaufstellungen nutzen die menschliche Fähigkeit zur Resonanz (durch Stellvertreter/Innen) und stellen diese vorübergehend in den Dienst einer von Herzen kommenden Einsichts- oder Lösungsabsicht (von Aufstellenden).

Aufstellungsarbeit eignet sich unter anderem bei

– wiederkehrenden Konfliktmustern in Beziehungen
– Blockaden im Verfolgen persönlicher oder beruflicher Ziele
– seelischen oder körperlichen Leiden, die Hinweise auf biografische Zusammenhänge geben
– ungeklärten „Störgefühlen“ wie Traurigkeit, Angst, Ärger u.a.
– wiederkehrendem Erleben von Schuld, Scham, Ohnmacht, Ausgeliefertsein
– belasteten Beziehungen zu den eigenen Eltern
– Sorgen um das Wohlergehen der eigenen Kinder (soziale Auffälligkeiten, schulische u./o. seelische Probleme)
– der Suche nach dem eigenen Platz im Leben
– Wunsch nach Stärkung auf der Reise zu sich selbst.

Dabei können je nach Anliegen unterschiedliche Methoden Anwendung finden (z.B. Familien-, System-, Organisations-, Tetralemma-, Zielaufstellung).

Wenn du selbst aufstellen möchtest, arbeite ich mit dir bei einem persönlichen Vorgespräch dein Anliegen heraus. Dabei erstelle ich in der Regel ein Genogramm (vergleichbar mit einem Familienstammbaum) deines Herkunftssystems.

Praktisches Vorgehen bei Aufstellungen
Als Aufstellende/r formulierst du dein Anliegen vor den Anwesenden. Intuitiv wählst du einzelne Gruppenmitglieder als Stellvertreter/innen für Familienmitglieder aus, die für dein Anliegen bedeutsam sind. Du stellst sie intuitiv so zueinander im Raum auf, wie es deinem inneren Bild in diesem Moment am nächsten kommt. Als Repräsentant/innen deiner Angehörigen spüren die Stellverteter/innen auf, was an diesem Platz im System wirksam und bewegend ist. Die Reise kann beginnen…

Sinngemäß schreibt die Deutsche Gesellschaft für Systemaufstellungen:

Familien- oder Systemaufstellungen arbeiten mit dem Phänomen der Stellvertreter-Wahrnehmung. Ohne vorab informiert worden zu sein, äußern Stellvertreter von Familienmitgliedern oft in erstaunlich präziser Weise deren Gefühle, Worte oder Symptome. Häufig kommen bisher unbewusste konflikthafte Zusammenhänge ans Licht und geben Aufschluss über unglückliche Beziehungen und Lebensläufe, schwere Schicksale und Krankheiten. Es wird erfahrbar, inwieweit Familienmitglieder in Liebe und Treue miteinander verbunden sind und in welch hohem Maße sie bereit sind, Gesundheit, Vitalität oder Lebensfülle zu opfern.

Unsere Lebenserfahrung wird mitbestimmt durch glückliche sowie leidvolle Schicksale unserer Vorfahren. Deren Schicksale können stark in unser heutiges Familiensystem und in unser aktuelles Leben hineinwirken. Mitunter tragen wir Leid mit, übernehmen wir Schuld oder machen sie uns gar zu Eigen.
Familienaufstellungen lassen die größeren Zusammenhänge von Verstrickung erkennen und bieten einen Nährboden für Lösungen.


Hin zu Lösungen
Das prozesshafte Geschehen innerhalb einer Aufstellung würdigt bisherige Schicksale und Bemühungen, Schritte des Wandels und mögliche Lösungsbilder in gleichem Maße. Hindernde wie stärkende Kräfte können deutlich werden, Gründe für Blockaden werden deutlich, und es ensteht Raum für Versöhnungsarbeit. Zugleich können  neue Positionierungen erprobt und adäquate Abgrenzungen vorgenommen werden.
Dadurch können heilsame Prozesse für die Einzelnen und ihre Angehörigen angeregt werden. Das bislang Schmerzliche kann Linderung erfahren oder gar verabschiedet werden. Der Weg kann sich öffnen für mehr Güte – sich selbst und dem eigenen Schicksal gegenüber, häufig auch gegenüber anderen Familienmitgliedern und der Familienhistorie.

Besonderheit des Achtsamen Stellens
Achtsamkeit lädt uns dazu ein, vollständig ins Leben einzutreten – wie auch immer es sich im gegenwärtigen Augenblick entfalten mag. Wir sind dazu aufgerufen, uns von Konzepten und vorgefertigten Meinungen zu lösen, um ganz eins zu werden mit der Lebenskraft selbst. Jenseits von Sprache, Denkmustern und bisherigen Lösungsversuchen möchte der Raum sich für die Wirklichkeit öffnen.
Wenn wir in Verbindung mit unserem nicht-denkenden Geist oder unserem „höherem Selbst“ sind, kann sich uns eine neue Tiefe offenbaren. Lass Forderungen an die Welt hinter dir – und lausche. Das Leben möchte dich deiner Vision näherbringen, damit du kraftvoll deinen Platz einnehmen und deinen Beitrag leisten kannst.

Beim Achtsamen Stellen würdigen wir in besonderer Weise die Vielfalt aller guten Absichten, die sich an diesem Tag aus dem Zusammenspiel der Teilnehmenden ergeben. Ehe wir in die eigentliche Aufstellungsarbeit einsteigen, bitten wir auf Grundlage unserer Gruppenweisheit zunächst um Zustimmung höherer Kräfte für heilsame Prozesse: Wir laden die individuelle Strahlkraft einer/eines jeden Einzelnen ein, wie auch die Unterstützung der guten „Spirits“ („Geister“), denen die Einzelnen sich verbunden fühlen. Dabei spielt es keine Rolle, welcher Tradition wir angehören – die göttliche Absicht von Liebe und Heilung ist in jeder spirituellen Heimat zu finden.

Im Tagesverlauf finden nicht mehr als drei Aufstellungen statt. Diese sind in die gemeinsame Praxis von Meditation, Gewahrsein und Qigong eingebettet. Somit besteht ausreichend Raum für die Erfahrung, immer wieder zum „leeren Gefäß“ zu werden, ehe wir uns einem neuen System zuwenden.

Der Nutzen für Stellvertretende
Für Stellvertreterinnen und Stellvertreter kann sich ein faszinierendes Erfahrungsfeld aus Emotionen und Einsichten ergeben, das eigene Wachstumsprozesse befördert:

Wir beginnen unsere Reise auf Grundlage unserer eigenen, innewohnenden und strahlenden Präsenz.
Wir lassen los und durchschreiten einen Raum von Offenheit, Weite und Nicht-Wissen.
Wir sind Gefäß für das Erleben und Empfinden eines uns unbekannten Menschen und berühren Lebens- und Lösungskräfte unterschiedlicher Art.
Wir machen anschließend die Erfahrung des Loslassens, der Klärung und kehren zurück in unsere eigene Mitte.

Termin:
Sonntag, 25. Februar 2018 von 10:00 – 18:00 Uhr
Kosten für Aufsteller/innen:
150,-€ inkl. Vorabgespräch
(120,-€ im Rahmen fortlaufender Beratung bei mir)
Kosten für Stellvertreter/innen:
Schnupperpreis: ab 20,- € nach Selbsteinschätzung (Ermäßigung für Geringverdienende möglich)
Bitte mitbringen:
Einen kleinen Gegenstand, der für dich deine Verbindung zu „Höherem Wissen“ symbolisiert.
Lockere Kleidung, dicke Socken, verschließbare Trinkflasche.

Versorgung: Tee und kleine Snacks.
Das Mittagessen kann gemeinsam in einem nahegelegenen Restaurant stattfinden (nicht im Preis inbegriffen).
Ort: Zentrum Zeitlos, Hungener Str. 5, 60389 Frankfurt
Anmeldung: Kontaktseite

 

 

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Vom Herzen Sprechen („Speaking from the Heart“)

In der „Speaking-from-the-Heart“-Gruppe fand ich den Mut, auf meine gewohnten Haltegriffe und Schutzschilder zu verzichten. Ich lernte, wieder ganz zu mir zurück zu kehren und der Stimme meines nackten Herzens zu vertrauen. So fand ich den größten Schutz in meiner eigenen Wahrhaftigkeit.
Die Verbundenheit mit Anderen erlebe ich seitdem noch intensiver.

Sogenannte „Speaking-from-the-Heart“-Gruppen nahmen ihren Anfang in der indianischen Kultur, wo man sich regelmäßig im Kreise der Gemeinschaft versammelte – häufig um ein Feuer herum. Die Treffen dienten unter anderem der Verankerung in der Gegenwart sowie der gemeinsamen Verbindung mit einer höheren Weisheit.

Heute nutzt die Kontemplative Psychologie diese Erfahrungen, um einen geschützten Rahmen für den authentischen Austausch innerhalb einer Gruppe zu bieten. Dabei gibt es keine Vorgaben zu Inhalt oder Reihenfolge. Die Anwesenden sind dazu eingeladen, sich vertrauensvoll jedem Moment zu überlassen und das mitzuteilen, was in einem bestimmten Augenblick in ihnen auftaucht. Herkömmliche Diskussionen und sogenannter „Cross-Talk“ werden weitgehend vermieden. Wir distanzieren uns für eine vereinbarte Zeit von Zielvorstellungen und Lösungsversuchen, um jene Weisheit freizulegen, die sich einer analytischen Betrachtungsweise häufig entzieht. So können immer wieder auch Phasen des Schweigens entstehen.

„Vom Herzen sprechen“ bedeutet, dass wir uns berührbar zeigen für das, was augenblicklich im Kreise mehrerer Menschen auftauchen möchte. Dabei dürfen unterschiedliche Empfindungen (z.B. Offenheit, Rückzug, Interesse, Aversion) gleichermaßen gewürdigt werden. Indem wir ganz präsent im Hier und Jetzt sind, dienen wir immer auch als Resonanzkörper für die Äußerungen anderer. Damit kann jeder authentischer Ausdruck letztendlich ein wertvoller Beitrag sein. Der Einzelne ist dabei unverzichtbarer Bestandteil der Gruppe – wie auch die Gruppe unverzichtbares Trainingsfeld für den Einzelnen ist.

Das Erkennen und freundliche Annehmen unserer Gewohnheitsmuster bringt uns immer wieder in direkten Kontakt mit unserer innewohnenden Weisheit. So kann sich unser Mitgefühl für uns selbst und andere ausdehnen. Wir beginnen, eine Unterscheidung zu treffen zwischen der Essenz unseres gegenwärtigen Erlebens einerseits und daraus entstehenden Konzepten andererseits. Da wir einander zunehmend unsere direkte, unmittelbare Erfahrung mitteilen (z.B. Sorge, Ärger, Freude, Sehnsucht), können darüber hinausgehende Hypothesen, Analysen oder Geschichten (z.B. Rechtfertigungen, Zuschreibungen, Begründungen, Bewertungen) an Reiz und Bedeutung verlieren. Nach Ansicht der Kontemplativen Psychologie liegt darin ein Schlüssel für gegenseitige Heilung („Mutual Healing“).

Die Rolle der Gruppenleitung

Als Gruppenleiterin sorge ich für einen sicheren, diskreten Rahmen, für achtsamkeitsbasierte Übungen zu Beginn einer Sitzung und das Fördern des Gruppenprozesses.
Ich lade die einzelnen Mitglieder zur Gegenwartsorientierung und zur Achtsamkeit auf ihre Körperempfindungen ein. Bei abschweifenden oder analytischen Äußerungen unterstütze ich darin, zur eigenen, persönlichen Erfahrung zurück zu finden. Im Falle von Konflikten biete ich Unterstützung beim Aufspüren der persönlichen, zugrundeliegenden Werte sowie der darin enthaltenen Weisheit.

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Nutzen

Mögliche Auswirkungen einer „Speaking-from-the-Heart“-Gruppe sind:

– Förderung authentischer Kommunikation
– Erfahrung von Gleichwertigkeit
– Anerkennen und Wertschätzen von Unterschiedlichkeit
– Stärkung der Selbstwahrnehmung
– Stressreduktion und Entspannung
– Nutzen von Körperempfindungen als Ausdrucksmittel
– Differenzierung persönlicher und gruppenspezifischer Anliegen
– Reflexion der eigenen Rolle und persönlicher Werte
– Stärkung von Konfliktfähigkeit und Fairness

Rahmen

Eine Gruppe besteht aus 5 bis 10 Mitgliedern,  die Sitzungen umfassen 90 bis 120 Minuten und finden in der Regel 14-tägig statt. Es empfiehlt sich die Teilnahme an mindestens 6 Treffen, um ein Gespür für die Effekte dieser Gruppenpraxis zu bekommen.
Der nächster Gruppenstart ist noch offen.

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