Paartherapie

„Eine kluge Paarbeziehung zeichnet sich dadurch aus, dass die beiden Parnter danach streben, möglichst früh die Unterschiede zwischen sich selbst und dem anderen herauszufinden. Sie werden versuchen, diese Unterschiede für sich, statt gegen sich arbeiten zu lassen.“

(Virginia Satir)

 

Ein ständiges Wechselspiel von Bindung und Autonomie…

Der Wunsch nach Verschmelzung einerseits, das Bedürfnis nach Selbstbestimung andererseits sind zwei Triebfedern, die uns von kleinauf durch das Leben geleiten. Permanent sind wir dazu aufgefordert, die Balance zu finden zwischen Hingabe und Unabhängigkeit, zwischen Anbindung und Ablösung. Wenn wir als Erwachsene in einer intimen Beziehung mit einem anderen Menschen stehen, wird uns abermals ein solches Trainingsfeld geschenkt. Die Bewegungen, die wir darauf vollziehen, können einem Tanz auf höchstem Niveau gleichen. Dabei können wir zuweilen an unsere Leistungsgrenze geraten.

Manchmal scheint es, als seien uns die ursprünglichen Wirkkräfte der Liebesbeziehung abhanden gekommen. Wo aber unsere Motive weniger geprägt sind von Lust und Leidenschaft, ermöglicht uns eine gewisse „Nüchternheit“ die Auseinandersetzung auf tieferer Ebene. Wir können ernsthaft und aufrichtig in den Dialog treten über das, was uns im Inneren bewegt und was uns als Menschen ausmacht.

Häufige Anlässe für einen paartherapeutischen Prozess sind

– wiederkehrende Beziehungskonflikte, spezielle „Streitthemen“

– anhaltende Kommunikationsschwierigkeiten

– Ringen um Bindung und Autonomie

– festgefahrene Alltagsstrukturen, Mangel an Austausch mit dem Partner, der Partnerin

– Wendepunkte in der Paargeschichte (Geburt eines Kindes, körperliche oder psychischer Erkrankung eines Partners, Auszug der Kinder)

– Verlust von Intimität und/ oder Vertrauen

– sexuelle Probleme

– Außenbeziehung eines Partners

– Trennungsgedanken

– der Wunsch nach Weiterentwicklung.

Die Paartherapie bietet einen intimen Rahmen, in dem wir uns gemeinsam dem widmen können, was möglicherweise aus der Balance geraten ist. Dabei finden die Wechselwirkungen innerhalb der Partnerschaft besondere Beachtung.

Je nach Anliegen bietet die Paartherapie

– Unterstützung bei der Erörterung der gemeinsamen oder unterschiedlichen Zielvorstellungen für den Prozess

– Herausarbeiten von gemeinsamen und individuellen Lebensentwürfen und Zukunftsvisionen

– Aufspüren vorhandener Ressourcen und Anerkennung bisheriger Lösungsversuche

– Würdigung der Paargeschichte

– Würdigung der unterschiedlichen Herkunftsgeschichten und der damit verbundenen Lebensstrategien beider Partner

– unterschiedliche Formen achtsamer und gewaltfreier Gesprächsführung

– konstruktive Umgangsformen mit Ärger, Aggression, Enttäuschung

– Stärkung der Selbstreflexion und Selbstverantworung der Beteiligten

– Nutzen dessen, was veränderbar ist

– Feiern dessen, was übereinstimmt

– Betrauern und Anerkennen dessen, was unvereinbar ist

– und: Humor und Leichtigkeit.

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